Oberschule Siegfried Richter Gröditz

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Exkursion Bautzen

Geschichtsunterricht mal ganz anders

Am 02.12.2016 hatten die Schüler der 9. Klassen der Oberschule Siegfried Richter Gröditz die Möglichkeit, einen Schultag der ganz besonderen Art zu erleben.

Im Rahmen des Geschichtsunterrichtes erhielten wir vom Bündnis für Demokratie und Zivilcourage ein Angebot, das ehemalige  Staatssicherheitsgefängnis in Bautzen zu besuchen. Interessiert und natürlich auch erfreut darüber, den Unterricht außerhalb des Schulgebäudes verbringen zu können, sagten wir zu.

Pünktlich 08:00 Uhr startete der Bus an unserer Oberschule in Richtung Bautzen. Obwohl wir das Thema DDR-Geschichte im Unterricht bereits ausführlich behandelt haben, hatten die meisten keine richtige Vorstellung von dem, was uns wirklich dort erwarten sollte.

An unserem Reiseziel angekommen wurden wir auch sogleich in Empfang genommen. Zuerst erhielten wir in einem 20-minütigen  Film einen ersten Überblick über die geschichtliche Entwicklung der Einrichtung sowie über die Lebensbedingungen der hier Inhaftierten.

Bereits hier erkannten die ersten von uns, dass zwischen Theorie des Unterrichts und Praxis einer Exkursion ein gewaltiger Unterschied besteht. Es waren zum Teil schockierende Bilder, die wir zu sehen bekamen und während der Filmvorführung herrschte absolute Ruhe. Anschließend begann die Führung durch das Gebäude des Staatssicherheitsgefängnisses. So besichtigten wir zum Beispiel die „normalen“ Haftzellen, die Arbeitsräume, in denen die Häftlinge täglich viele Stunden arbeiten mussten sowie den Freigängerhof. Entsetzt allerdings waren wir beim Anblick der Arrestzellen. Es waren winzig kleine Zellen, kaum Tageslicht, keine Privatsphäre. Wie konnte man es hier auch nur einen einzigen Tag aushalten? Dann erfuhren wir, dass manche Insassen mehrere Jahre in so einer Zelle verbringen mussten. Für uns war das nicht vorstellbar.

Besonders beeindruckt  hat uns auch die Information, dass nur einem Häftling die Flucht aus dieser Einrichtung gelang. Allerdings währte die Freiheit nur wenige Tage, da er bald wieder gefangengenommen wurde.

Im Unterricht haben wir dieses Erlebnis nochmals ausgewertet. Wir können uns nicht vorstellen, dass Menschen aufgrund einer anderen politischen Gesinnung  unter derart unmenschlichen Bedingungen weggesperrt, von ihren Familien getrennt und ihrer Freiheit beraubt wurden.

Wenn wir in den nächsten Stunden im Unterricht mit den Begriffen Demokratie, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und Freiheit arbeiten, werden sich viele sicher an den Besuch dieser Einrichtung erinnern.

Unser Dank gilt den Mitarbeitern des Bündnisses für Demokratie und Zivilcourage, die uns diesen Besuch der Gedenkstätte finanziell und organisatorisch ermöglichten.

 

Schüler der Kl. 9